Dysplasiesprechstunde / HPV

Die Dysplasiesprechstunde Zürich ist eine Spezialsprechstunde für Erkrankungen der Vulva, Vagina und der Cervix uteri (Gebärmutterhals). In der Dysplasiesprechstunde Zürich finden sich Diagnostik wie Kolposkopie und Zytologie, sowie wenn nötig die Therapie aus einer Hand. Das ist in der Schweiz einzigartig. Die Dysplasiesprechstunde Zürich ist in dieser Art die einzige Spezialsprechstunde in der Stadt Zürich ausserhalb der öffentlichen Spitäler.

In der Dysplasiesprechstunde klären wir auffällige Abstriche, Veränderungen der Vulva und Vagina weiter ab und führen eine adäquate Therapie durch. Wir führen Konsilien für zuweisende Ärzte und Zweitmeinungen für Patientinnen durch. Fragen wie:

  • Was mache ich mit einem auffälligen Abstrich in der Schwangerschaft
  • Soll vor einer Kinderwunschbehandlung noch operiert werden oder kann zugewartet werden
  • Kann eine Spirale gelegt werden?
  • Ist eine Operation (LLETZ-Schlingenoperation oder Messerkonisation) notwendig

HPV-Infektionen: Human Papilloma Viren

Was bedeutet eine HPV-Infektion?
Bei ca. 80% aller Frauen lässt sich im Laufe ihres Lebens einmal eine HPV-Infektion nachweisen. Am häufigsten tritt diese zwischen dem 20 und 30 Lebensjahr auf. In über 80% verschwindet die Infektion von alleine. Gewisse HPV-Viren sind an der Entstehung des Gebärmutterhalskrebses mitbeteiligt. Die meisten HPV-infektionen verlaufen vollkommen ohne Symptome und ohne Folgen für die Frau. Es wird den Frauen oft Angst gemacht und es werden wegen dem HPV-Nachweis oft zu früh und auch unnötig Operationen durchgeführt. Man hat einen krebserregenden Virus in sich, dies macht Angst. Die HPV-Infektion alleine führt praktisch nicht zu Veränderungen am Gebärmutterhals, sondern in Kombination mit verschiedenen Kofaktoren wie z.B: Rauchen, Immunschwäche ist sie für die Entstehung von Vorstufen und letztendlich für den Gebärmutterhalskrebs verantwortlich, und dies auch nur bei einer Persistenz über mehrere Jahre, dann, wenn der Körper die Viren nicht eliminieren kann.

HPV-Diagnostik / HPV Screening

Bestimmte Typen der Human Papilloma Viren (HPV) sind massgeblich an der Entstehung der Vorstadien des Gebärmutterhalskrebses verantwortlich. Man spricht von s.g. "High Risk" Typen. Die häufigsten sind die Typen 16 und 18. Weitere Typen sind 26-31,33-35-39-45-51-52-56-58-59-68. Als wahrscheinlich "High Risk" gelten die Typen 53-66-69-70-73-82. Die unterschiedlichen Typen zeigen unterschiedliche Risiken, dass es zu einer Vorstufe kommen kann, und dies nur unter einer Persistenz ( lang anhaltender Infektion) der Viren, d.h. wenn der Körper mit den Viren nicht fertig wird. Die "Low Risk" Typen für nur ganz selten zu Vorstufen des GEbärmutterhalskrebses. Es sind die Typen 6-11-40-42-43-44-54-61

Für uns als Ärztinnen und Ärzte, und für die Patientinnen erst recht, ist es aber völlig unwichtig welcher Typ letztendlich nachgewiesen wird. Entscheidend ist nur eines: Macht der Virus Veränderungen an der Zelle. Die markierten Typen werden im Nonavalenten Impfstoff abgedeckt.

Daher ergibt das HPV-Screening anstelle des Pap-Abstriches keinen Sinn, denn wir suchen nicht den HPV-Infekt, der wie ein Schnupfen des Gebärmutterhalses angesehen werden kann, sondern die Zellveränderungen, die der HPV-Virus verursacht. Er ist nur viel teurer. Noch niemand konnte erklären, warum eine Pap-Abstrich, der zu Abklärung bei positiven HPV-Nachweis als erste Massnahme angewandt wird, besser sein soll als ein Pap-Abstrich ohne Kenntnis des HPV-Status. Ein Paradoxon per se.

Im Genitalbereich kommen aber auch HPV-Läsionen vor, die gutartiger Natur sind und v.a durch die Typen 6 und 11 verursacht werden, s.g. Condylome oder spitze Warzen. Diese sind nicht gefährlich aber äusserst lästig und verlangen sowohl von der Patientin als auch von den behandelnden Ärzten oft Geduld.

HPV -Impfung:

Die Impfung gegen die HPV Viren setzt an der Ursache der Zellveränderungen an, die zum Krebs führen können. Es ist aber nicht eine Impfung gegen den Krebs, sondern eine Impfung gegen die Viren, die in den seltesten Fällen zu Krebs führen können, dann wenn keine Vorsorge durchgeführt wird. Die Impfung wurde in der Schweiz 2008 eingeführt mit einem Impfstoff, der lediglich 2 High Risk Viren abdeckte, nämlich Typ 16 und Typ 18. Daneben gibt es viele andere HR-Viren, die für Veränderungen an den Zellen verantwortlich sind. Da die Impfung keinen Schutz vor den anderen Typen gibt, macht es nötig, dass die Vorsorge genau so durchgeführt werden muss wie ohne Impfung. So sollte die Impfung der Mädchen vor dem 1.Geschlechtsverkehr (sexual native) durchgeführt werden . In der Schweiz wird aktuell bis zum 26. Lebensjahr die Impfung von den KK-bezahlt, dies unter kantonaler Kontrolle.

Seit dem Jahr 2019 gibt es den Nonavalenten Impfstoff, der nicht nur 2 sondern 7 High Risk Viren und 2 Low Risk Typen (6 u. 11) abdeckt. Dies ist ein grosser Fortschritt und es ist zu hoffen, dass dadurch die schweren Vorstufen zurück gehen. Da in dem Impfstoff auch die low risk Typen 6 u 11 abgedeckt werden, die für die Condylome verantwortlich sind ,ist dies ein riesiger Vorteil für die jungen Frauen. Daher ist die Impfung schon aus dieser Hinsicht zu empfehlen. HPV Viren machen nicht nur am Gebärmutterhals Veränderungen sondern sind auch an anderen Karzinomen mitbeteiligt wie z.B: Analkarzinome, Vulvakarzinome oder aber auch Karzinome im Mund-Rachenbereich. Da die Impfbeteiligung in der Schweiz nicht sehr gut ist, kommt der Vorteil der Herdenimmunität nicht zum tragen. Die tiefe Impfbeteiligung gibt es aber nicht nur in der Schweiz , sondern auch z.B. in Deutschland.

Nachweis der HPV-Infektion

Zur Bestimmung der HPV-Infektion gibt es mehrere Möglichkeiten. Die gebräuchlichsten sind die PCR-Methode oder die Hybrid Capture Methode. Daneben gibt es Test, die mRNA nachweisen, also den Nachweis des Zellbefalls. Dieser Nachweis erfolgt immer an den Zellen selbst. Eine Bestimmung im Blut ,ob ein Infekt besteht oder statt gefunden hat, gibt es nicht. Diesen führen nur die Herstellerfirmen der Impfstoffe aus.

Zytologisch machen die HPV Infektionen typische Veränderungen wie
Koilozyten (Bild links) und Dyskeratozyten (Bild rechts).



Zurück zur Startseite